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Gemeinsame Übung mit den Maltesern PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von: JJ   
Sonntag, 20. Juni 2010 um 17:56

Bericht aus der Neuen Westfälischen (NW) vom 19.6.2010 anläßlich eines gemeinsamen Übungsabends des Löschzug Steinheim mit dem Malteser Hilfsdienst am 17.6.2010:

Steinheim. Das Szenario: Aus einem Altenheim mit Intensivpflegestation steigt dicker Rauch auf - unklar ist, wie viele Menschen im Gebäude sind und woher der Qualm kommt. Jetzt ist es Aufgabe der Freiwilligen Feuerwehr und Malteser-Hilfskräfte, bei dieser Übung alle Menschen aus dem Gebäude zu evakuieren und die Erstversorgung vorzunehmen.

"Die Rettung soll innerhalb von 30 Minuten erfolgen - so lange halten Brandschutztüren einem Feuer stand", erklärte Malteser-Pressereferent Ulrich Brakweh. Sofort machen sich die fast 40 Männer ans Werk: Löschwagen fahren vor, die Drehleiter wird in Position gebracht und Schläuche werden ausgerollt. Dabei gilt es auch, mit der vielbefahrenen Straße, den zahlreichen Schaulustigen und den im Weg stehenden Autos klarzukommen. Das Besondere an der Aktion am Donnerstag an der Hospitalstraße: Seit diesem Jahr ist der Malteser-Hilfsdienst (MHD) auch für Katastrophenschutz ausgerüstet. Bei dieser Übung kamen deshalb erstmals die Betreuungsgruppe sowie der Krankentransport- und Techniktrupp der Malteser zum Einsatz.

"Wir wollen die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und dem Malteser-Hilfsdienst verbessern. Im Ernstfall ist es wichtig, dass die Führungsstrukturen und Ausstattungen der jeweils anderen Notfallorganisation bekannt sind", erläuterte Rettungssanitäter Timo Kistner.

Besonderen Wert wurde auf die Realitätsnähe der Übung gelegt: Die insgesamt zehn Personen, die im Gebäude auf Rettung warteten, gaben zum Beispiel vor, aus lauter Angst kurz vor einem Kollaps zu stehen oder im Rollstuhl zu sitzen.

"Diese Übung hatte aufgrund der Konfrontation mit älteren Heimbewohnern besonderen Erfahrungswert", berichtete einer der Feuerwehrmänner. "Die Verletzungen waren genau nachgestellt, und wir konnten zum Beispiel die vermeintlich Bettlägerigen nicht einfach aus dem Haus tragen", fügte er hinzu. Der Verlauf der Evakuierung zeigte, wie wichtig solche Übungen sind: Mal schätzten die ehrenamtlichen Kräfte eine Distanz falsch ein, so dass der Drehleiterwagen komplett neu platziert werden musste; ein anderes Mal waren nicht genug Tragen an Ort und Stelle, so dass die Verletzten aus der Gefahrenzone gebracht werden konnten.

Die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Malteser klappte trotz dieser "Pannen", die natürlich immer wieder passieren - sonst brauchte man ja keine Übungen - jedoch sehr gut und soll bei jährlichen gemeinsamen Übungen weiter optimiert werden.

Organisator Christian Kröger zeigte sich am Ende dann auch gut zufrieden: "Statt 30 Minuten haben wir nun zwar 70 Minuten für die Rettung gebraucht, aber wir haben wertvolle Erkenntnisse gewonnen. Außerdem wären im Ernstfall viel mehr Einsatzkräfte vor Ort gewesen, was die Evakuierung zusätzlich beschleunigt hätte." Abschließend fügte er schmunzelnd hinzu: "Wir werden weiter fleißig an uns arbeiten - bei der nächsten Übung sind wir mit Sicherheit ein ganzes End’ schneller".

 

 

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